Tief unterhalb der Oberfläche, versteckt in dem, was wir täglich in Form von Pflanzen und Tieren und auch dem Menschen sehen, spielt sich die heutige Forschung in den Biowissenschaften ab. Es geht dabei vor allem um die vielen kleinen Bausteine, aus denen der Körper besteht und darum, wie diese wirken – oder auch zusammenspielen, das nennt man dann Systembiologie. Ein Großteil der Wissenschaftler in der Grundlagenforschung an Universitäten, die sich mit Biowissenschaft beschäftigen, versucht festzustellen, welche Aufgabe das Gen oder das Eiweiß hat, das ihre Aufmerksamkeit geweckt hat. Aufgrund der Komplexität und der Schönheit dessen, was sich allein in einer einzigen Körperzelle abspielt, ist das kein einfaches Unterfangen. Oft bedeutet es mehrere Monate oder auch Jahre intensiver Forschungsarbeit. Die Werkzeuge in Form der Labormethoden erfordern Erfahrung und Zeit. Oft hat man es mit einer so geringen Molekülmenge zu tun, dass man diese erst einmal künstlich außerhalb des Körpers vermehren muss, nur um sie sichtbar zu machen. Am Anfang einer Virusinfektion beispielsweise: Zu dieser Zeit sind erst wenige Viren im Blut. Doch glücklicherweise beherrschen die Wissenschaftler ihr Handwerk und so geht es nach dem Finden einer geeigneten Nachweismethode für das Objekt der Begierde in die Aufklärung der Funktion des Bausteins in der Zelle oder seine Rolle beim Entstehen von bestimmten Krankheiten. Die Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, werden uns morgen eine zielgerichtete und effektive Therapie vieler Krankheiten ermöglichen, für die es heute noch keine Medikamente oder Impfstoffe gibt – der Biowissenschaft sei Dank.

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